Ob das Schuldenmanagement der VS Kur gelenkt - 'Die späte Rache Saddams' - sein könnte



Donnerstag, 11. Oktober 2007 um 10.00 Uhr Wiederholungen: Keine Wiederholungen USA - Reich auf Pump (Frankreich, 2006, 57mn) ARTE F Regie: Laure Delesalle Die Staatsverschuldung der USA ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Weltwirtschaftsmacht lebt auf Kredit. Chinas Wirtschaft wächst rasant und liefert an die USA, die wiederum ihrerseits bei den Chinesen Schulden aufnehmen. Was passiert, wenn es zum Crash kommt? Die Dokumentation ist ein Roadmovie aus dem mächtigsten und am stärksten verschuldeten Land der Erde. Die Reise führt von New York über die Region der Großen Seen nach Seattle. Staatsverschuldung, Verschuldung von Privatwirtschaft und Privatpersonen, Handelsdefizit - ein Fass ohne Boden. Wie alle amerikanischen Bürger lebt auch der Staat auf Kredit, als Kreditgeber und als Kreditnehmer. Einige Wirtschaftswissenschaftler sehen darin eine Zeitbombe, weil der schleichende Wertverlust des Dollar demnächst zum totalen Crash führen könnte. Andere sind optimistischer und prophezeien einen langsamen Rückgang der Konjunktur, mit dem auch die Schulden langsam zurückgehen dürften. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Tandem USA - China. China produziert für die USA. Diese wiederum finanzieren das chinesische Wachstum, indem sie bei China Schulden aufnehmen. Japan, Europa und die OPEC sind ihrerseits Kreditgeber des amerikanischen Wachstums. Ist das normal? Was denken die US-Bürger allgemein und die immer ärmer werdenden Mittelständler im Besonderen darüber? Stehen wir wirklich am Rande der Weltwirtschaftskrise? Amerika ist janusköpfig: Siegt die optimistische oder die pessimistische Seite? 1. ARTE Journal: Das amerikanische Haushaltsdefizit hat mehr als 14 Billionen Dollar und damit die gesetzlich zulässige Schuldengrenze erreicht. Welche Folgen werden sich als erstes zeigen? http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_josef_braml_1_6-4062686.html



http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_josef_braml_2_6-4062698.html Josef Braml: Amerika wird seine Kreditwürdigkeit verlieren, wird mehr Zinsen zahlen müssen, um seine Schulden zu bedienen.  Das wird den Schuldenberg noch um einiges erhöhen, das heißt,  hier wird immenser Druck auf die USA aufgebaut. Andere Volkswirtschaften werden versuchen, aus dieser Abhängigkeit vom Dollar herauszukommen, vor allem die Asiaten, die mit einer Abwertung des Dollars auch ihre Anlagenvermögen schrumpfen sehen, wollen aus der Dollarfalle heraus. ARTE Journal: Was bedeutet das für die Bundesrepublik?



http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_josef_braml_3_6-4062710.html Josef Braml: Wenn der Dollar schwächer wird und im Gegenzug der Euro stärker, dann ist das keine gute Nachricht insbesondere für die deutsche Wirtschaft, die vom Exportboom lebt. Wir haben hierzulande große  Probleme: der Binnenkonsum ist mäßig. Wir exportieren uns aus der Wirtschaftskrise. Das wir dann sein Ende finden. ARTE Journal: Welche Gründe hat das?



http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_josef_braml_4_6-4062722.html Josef Braml: Dann wird Amerika nicht mehr so viel konsumieren können, weil erstens der Rest der Welt diesen Konsum nicht mehr finanzieren will und zweitens der Dollar dann schwächer wird, weil dann eben der Konsum teurer wird. Hinzukommt, dass Amerika durch die Abwertung des Dollars auch versucht, konkurrenzfähiger in Asien zu werden. Das heißt, wir werden mit den Amerikaner dann um Absatzmärkte in Asien konkurrieren. Das heißt: an zwei Fronten werden wir Probleme bekommen. ARTE Journal: Auch die Bundesrepublik und andere Staaten der Eurozone sind hoch verschuldet.



http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_josef_braml_5_6-4062732.html Josef Braml: Wir werden uns auch Gedanken machen müssen, wie wir unsere Schulden finanzieren können. Hier sehe ich eine Konkurrenz zwischen zwei Währungen, dem Dollar und dem Euro. Wir werden zusehen müssen, dass wir für unsere Schulden nicht mehr zahlen müssen, dass wir hier auch einigermaßen stabile Verhältnisse haben. ARTE Journal: Was hat die Eurozone aus dem Fall Griechenland gelernt?

Josef Braml: Man kann eben nicht sagen, wo diese Schafsherde nun hinrennen wird. Es ist erstaunlich, dass die USA nicht schon viel früher in den Fokus der Medien und Analysten geraten ist, dass für sie der Euro das große Problem ist. Ich denke, schon sehr bald wird sich der Fokus verschieben - auf das, was ein noch größeres Problem ist. Und das ist eben die prekäre wirtschaftliche Situation in den USA.

http://videos.arte.tv/de/videos/interview_mit_josef_braml_6_6-4062742.html Josef Braml: Ich denke, dass die Lehren aus der bisherigen Wirtschafts- und Finanzkrise, die ja noch andauert, noch nicht gezogen wurden. Wir glauben weiterhin an rational handelnde Märkte, wir vertrauen nach wie vor dem Urteil von Rating-Agenturen, die sich mehr als blamiert haben, die auch Eigeninteressen haben, bestimmte Analysen so oder anders ausfallen zu lassen. Wir haben hier wenig gelernt, zumal wenn wir annehmen, dass Märkte rational handelten. ARTE Journal: Was wird in der nächsten Zeit passieren?

Die Website von Dr. Josef Braml

Saddams Rache Die Dokumentation führt in das sogenannte sunnitische Dreieck im Zentralirak, zu den Getreuen Saddams. http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=922688,day=6,week=34,year=2008.html Donnerstag, 21. August 2008 um 09.55 Uhr Wiederholungen: Keine Wiederholungen Saddams Rache (Frankreich, Deutschland, Österreich, 2004, 51mn) ARTE Regie: Antonia Rados "Saddams Rache" von der österreichischen Kriegsreporterin Antonia Rados führt in ein gefährliches und unbekanntes Gebiet, das sogenannte sunnitische Dreieck im Zentralirak, zur Hochburg des irakischen Widerstands, zu den Getreuen Saddams. Ein Film über die Beziehungen der Amerikaner, die sich als Befreier fühlen, zu einer Bevölkerung, für die sie als Invasoren gelten. Nirgendwo im Irak gibt es mehr Anschläge gegen die US-Truppen als im sogenannten sunnitischen Dreieck. Die fünf Millionen Bewohner dieser Region sind durch ihre gemeinsame Religion und überlieferte Stammestraditionen verbunden. Saddam Hussein war einer von ihnen. Zu seinen Zeiten genossen sie daher zahlreiche Privilegien. Saddam machte sie zum Rückgrat seines Staates, seiner Partei und seiner Armee. Im Gegenzug für die Machtteilhabe schuldeten sie ihm bedingungslose Treue. Verrat wurde mit dem Tod bestraft. "Auch unter Saddam hatten wir unseren starken Glauben und Verbindungen zur Außenwelt", sagt Iman Al Janabi, einer der radikalsten Prediger von Falludja. Die Amerikaner haben ihm wegen seiner offenen Provokation der Besatzungstruppen in seinen Freitagspredigten bereits die Verhaftung angedroht. Falludja ist heute das Zentrum des irakischen Widerstands. Hier sammeln sich nicht nur religiöse Fanatiker, sondern auch die versprengten Mitglieder von Saddams Sicherheitsapparat, darunter Offiziere und Generäle. "Ich bin nach Saddams Fall hierher gekommen", sagt ein ehemaliges Mitglied des Muhabarat, Saddams gefürchteten Sicherheitsdienstes. Hunderte taten es ihm gleich und starteten im April 2003 den Aufstand gegen die US-Kräfte, die Falludja gegen den Willen der Bevölkerung und trotz der Warnungen durch die Stammesoberhäupter besetzt hatten. Die ehemaligen Sicherheitsleute kennen sich nicht nur mit der Herstellung von Bomben und dem Legen von Minen aus, sie wissen auch, dass ihnen in Falludja oder Al-Adamia, Bagdads "heißestem" Viertel und Sunniten-Hochburg, die Unterstützung der Stämme sicher ist. Hier gelten eigene Gesetze, man unterstützt sich gegenseitig, und Verrat wird mit dem Tod bestraft. "Gestern haben wir drei Frauen getötet" sagt einer der Stammesfürsten, "weil sie mit den Amerikanern kollaborierten". Die Angst vor Rache ist im Sunnitendreieck weit verbreitet. Gefährdet ist jeder, der für diese Dokumentation interviewt wurde und mit den US-Truppen zusammenarbeitet. Mehrere gut organisierte Fedajingruppen, die sogenannten Islamischen Kämpfer, sind hier aktiv und töten alle "Verräter". Manche von ihnen werden durch enttäuschte ehemalige Armeeoffiziere unterstützt, da Tausende von ihnen nach der von US-Zivilverwalter Paul Bremer verkündeten Auflösung der irakischen Armee nun auf der Straße stehen. Und das war nicht der einzige Fehler der Amerikaner. Auf wen können sich die Amerikaner in diesem Krieg der Kulturen verlassen? Wer sind ihre Feinde? Wer nutzt wen aus? Wer betrügt wen? Rache schmeckt kalt am besten, heißt es.